Welche Merino-Grammatur im Winter: 140, 210 oder 300 g/m²?
Auf dem Etikett eines Kleidungsstücks aus Merinowolle steht immer eine Zahl: 140, 210 oder 300 g/m². Diese Zahl, die Merino-Grammatur, ist der beste Hinweis darauf, wie warm ein Teil ist. Trotzdem wird sie oft missverstanden, und das ist einer der Hauptgründe, warum man auf Skitour zu warm angezogen ist oder im Sessellift friert.
Hier erfahren Sie, wie Sie die Grammatur lesen, zu welchen Temperaturen jede Stärke passt und wie Sie die Stärken kombinieren, um den ganzen Winter über richtig angezogen zu sein.
Was genau ist die Grammatur?
Die Grammatur gibt das Gewicht des Stoffes in Gramm pro Quadratmeter an. Je höher sie ist, desto dichter und dicker ist das Gestrick, desto mehr Luft schliesst es ein und desto besser isoliert es. Merino mit 140 g/m² ist dünn und leicht wie ein Funktions-T-Shirt. 300 g/m² sind ein dichtes, kräftiges Gestrick, das man wie eine Jacke trägt.
Über die Weichheit der Wolle sagt die Grammatur dagegen nichts aus. Dafür müssen Sie auf eine andere Zahl achten.
Grammatur und Feinheit: zwei Werte, die man nicht verwechseln sollte
Die Feinheit wird in Mikrometern (µm) gemessen: Sie ist der Durchmesser jeder einzelnen Wollfaser. Je kleiner er ist, desto weicher ist die Wolle und desto weniger kratzt sie. Herkömmliche Wollfasern liegen oft über 25 µm; Merino für Funktionsbekleidung liegt unter 19,5 µm.
Beide Werte sind unabhängig voneinander. Ein dickes Gestrick mit 300 g/m² kann aus einer sehr feinen Faser gestrickt sein und sich angenehm auf der Haut anfühlen. Umgekehrt kann ein leichter Stoff aus grober Faser kratzen. Bei unseren ersten Schichten und Jacken aus Merinowolle liegt die Feinheit unabhängig von der Grammatur unter 19,5 µm.

140 g/m²: die leichte Schicht für intensive Belastung und Übergangszeit
140 g/m² ist die leichteste Grammatur unseres Sortiments. Sie deckt bei Aktivität einen Bereich von etwa +5 bis +20 °C ab. Im Winter hat sie in drei Situationen ihren Platz:
- Ausdauersport bei Kälte, bei dem viel Wärme entsteht: Langlauf, Skating, Laufen im Winter;
- der Aufstieg auf Skitour bei mildem Wetter oder im Frühling;
- Ski alpin am Saisonende, unter einer leichten Jacke.
Die Langarmshirts Finn ML 140 Herren und Bjork ML 140 Damen aus 100 % Merinowolle sind die Referenzmodelle dieser Grammatur.
210 g/m²: der Standard fürs Skifahren
210 g/m² ist die vielseitige Grammatur für den Winter. Sie deckt bei Aktivität einen Bereich von etwa −5 bis +10 °C ab und passt zu den meisten Tagen beim Ski alpin, beim Schneeschuhwandern oder auf Skitour bei Kälte. Warm genug für die Liftfahrten, atmungsaktiv genug für die Abfahrten: Wenn Sie nur eine erste Schicht wählen, dann diese.
Die 210-g/m²-Linie umfasst Oberteile und Unterteile: Rundhals (Finn 210, Bjork 210), Kragen mit Reissverschluss (Finn Zip 210, Bjork Zip 210), Rollkragen (Finn Roll 210, Bjork Roll 210) sowie lange Leggings und Leggings 3/4.
300 g/m²: die isolierende Schicht für grosse Kälte
Mit 300 g/m² wechselt Merinowolle die Rolle: Aus der ersten Schicht wird eine isolierende Mittelschicht. Sie deckt einen Bereich von etwa −15 bis +5 °C ab. Ihr dichtes Gestrick hält die Wärme und lässt gleichzeitig Wasserdampf durch. So vermeiden Sie den „Saunaeffekt“ einer Fleecejacke aus Kunstfaser.
Die Ultra 300 Jacke Herren und die Ultra 300 Jacke Damen (96 % Merinowolle, 4 % Elasthan für Bewegungsfreiheit) tragen Sie bei grosser Kälte unter einer Skijacke oder bei trockenem Wetter allein: in der Abfahrt auf Skitour, beim Schneeschuhwandern, in der Stadt oder im Chalet.

Nach Intensität der Belastung wählen
Temperaturbereiche allein genügen nicht: Bei gleicher Temperatur produziert ein Tourengeher mitten im Aufstieg viel mehr Wärme als ein Elternteil, das unten an der Piste wartet. Eine einfache Regel hilft bei der Wahl:
- Je mehr Sie sich bewegen, desto leichter die Grammatur. Langlauf, Skating, Aufstieg auf Skitour: 140 g/m², bei grosser Kälte auch 210 g/m².
- Wechselnde Belastung (Ski alpin, Snowboard): 210 g/m², ergänzt durch eine Mittelschicht je nach Temperatur.
- Wenig Bewegung (Warten, Zuschauen, langsames Spazieren, Arbeit im Freien): 210 g/m² und 300 g/m² übereinander.
Auch Ihr persönliches Kälteempfinden zählt: Wenn Sie schnell frieren, wählen Sie eine Stufe höher.
Merino-Grammaturen kombinieren
Die eigentliche Stärke von Merinowolle: Sie lässt sich in mehreren Schichten tragen, ohne an Atmungsaktivität zu verlieren. Einige bewährte Kombinationen:
- Ski alpin, normaler Winter: 210 g/m² + Skijacke. Unter −10 °C zusätzlich eine Daunenjacke oder eine Jacke mit 300 g/m².
- Skitour: 140 oder 210 g/m² im Aufstieg, am Gipfel für die Abfahrt eine Jacke mit 300 g/m² oder eine Daunenjacke anziehen. Details in unserem Ratgeber Skitour: was anziehen.
- Grosse Kälte, wenig Bewegung: 210 g/m² oben und unten + Jacke mit 300 g/m² + Daunenjacke.
Das Wichtigste in Kürze
| Grammatur | Richtbereich | Aufgabe | Einsatz |
|---|---|---|---|
| 140 g/m² | +5 bis +20 °C | Leichte erste Schicht | Langlauf, Laufen, Aufstieg auf Skitour, Frühling |
| 210 g/m² | −5 bis +10 °C | Erste Schicht für den Winter | Ski alpin, Schneeschuhwandern, Skitour bei Kälte |
| 300 g/m² | −15 bis +5 °C | Isolierende Mittelschicht | Grosse Kälte, Abfahrt auf Skitour, wenig Bewegung |
Alle Teile finden Sie nach Grammatur sortiert in der Ski-Kollektion.
Häufige Fragen
Sind 210 g/m² zu warm für Skitouren?
Bei grosser Kälte nicht. Bei mildem Wetter oder im Frühling sind 140 g/m² im Aufstieg angenehmer, weil sie Wärme besser abgeben. Viele Tourengeher starten mit 140 g/m² und haben für die Abfahrt eine warme Schicht im Rucksack.
Kann man 300 g/m² in der Stadt tragen?
Ja. Eine Merinojacke mit 300 g/m² eignet sich gut für die Stadt, bei trockenem Wetter allein oder unter einem leichten Mantel. Sie bleibt in öffentlichen Verkehrsmitteln und beheizten Geschäften atmungsaktiv, wo man in einer Fleecejacke aus Kunstfaser schnell ins Schwitzen kommt.
Ist eine höhere Grammatur strapazierfähiger?
Ein dichteres Gestrick ist etwas abriebfester, doch die Lebensdauer hängt vor allem von der Pflege ab: Waschen bei maximal 30 °C im Wollprogramm, ohne Weichspüler und ohne Trockner. Gut gepflegt behält ein Merino-Teil seine Eigenschaften über viele Saisons, unabhängig von der Grammatur.